Turnen

Trainingswissenschaftliche Betreuung im Gerätturnen

Zentrale Betreuung:

Auf Anforderung des Deutschen Turner-Bundes (DTB) in Abstimmung mit dem DOSB erfahren die Kaderturnerinnen des DTB (A-, B-, C-Kader)  am Verbandszentrum in Frankfurt am Main durch den OSP Hessen in Zusammenarbeit mit dem IAT eine trainingswissenschaftliche Spezialbetreuung im Hinblick auf die übergeordneten Zielstellungen: Leistungssteigerung und Belastungsmanagement/ Verletzungsprophylaxe.

Im Rahmen zentraler Lehrgangsmaßnahmen werden qualitative und quantitative Videoanalysen, sportartspezifische Kraft- und Schnelligkeitsanalysen mittels sportartspezifischer Schnellinformationssysteme (Sprungtisch, Boden) sowie anthropometrische Messungen (insb. Messung des Unterhautfettanteils an der Gesamtkörpermasse) durchgeführt. Perspektivisch wird in Zusammenarbeit mit dem IAT der Einsatz eines Sprung-Messplatzes, d.h. die synchrone Erfassung des Bewegungsablaufes mittels Highspeed-Videotechnik und Messung der Reaktionskräfte am Sprungtisch, im Rahmen der zentralen Lehrgänge in Frankfurt zur Unterstützung des Lerntrainings angestrebt.

Die Wettkampfdiagnostik im Gerätturnen umfasst routinemäßig eine vollständige Videodokumentation sowie die Registrierung der Anlaufgeschwindigkeiten am Sprung.  Die erhobenen Daten werden der Cheftrainerin sowie den Heimtrainern und Athletinnen unmittelbar nach dem Wettkampf zur Verfügung gestellt.

Der OSP Hessen zeichnet sich zudem verantwortlich für die Trainingsdatendokumentation der Turnerinnen und unterstützt die Cheftrainerin in der Auswertung der Daten.

Im Bereich der Kraftdiagnostik kooperiert der OSP Hessen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport (m@mentum) an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Der erweiterte Nationalmannschaftskader der Turnerinnen wird zweimal jährlich einer umfassenden Kraft- und Ausdauerdiagnostik in Köln unterzogen. Die Rohdaten werden durch den OSP Hessen ausgewertet, interpretiert und für die Trainingspraxis aufbereitet.

Fabian Hambüchen

Der hessische Weltklasseturner Fabian Hambüchen wurde seit Beginn seiner Karriere 1993 u.a. trainingswissenschaftlich intensiv durch den OSP Hessen betreut.

Die durch die Wertungsvorschriften hoch honorierte Schlüsselsequenz „Tkatchev – Rybalko – Jäger 1/1 Drehung“ zeigte Fabian weltweit als einziger Turner. Die Verbindung wurde langfristig seit 2009 im Trainingsprozess mit kontinuierlicher biomechanischer Schnellinformation vorbereitet. Die folgenden Videosequenzen veranschaulichen den Lernprozess über die gesamte Vorbereitungsperiode 2009 bis 2012. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London zeigte Fabian diese Verbindung in seiner Reckübung und wurde dafür mit der Silbermedaille belohnt.

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